
Der 8. Juni ist der Namenstag von
Medard. Dieser Tag ist mit den folgenden Bauernregeln verbunden:
Wenn es zum Heiligen Medardus regnet, so regne es 40 Tage lang.
Medardus ohne Regen,
folgt ein großer Erntesegen.

Pfingsten, der 50. Tag nach Ostern, bezeichnet das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes an die Apostel. Der größte ungarische Pfingstbrauch ist die Wahl des Pfingstkönigs und der -königin.

Húsvét – schon der Name ist Programm: „Fleisch nehmen“ heißt in Ungarn der Feiertag zu Christi Auferstehung, und traditionell wird zu diesem Fest gekochte gepökelte Schweinshaxe gegessen, warm oder kalt, gerne mit scharfem Meerrettich, und dazu gibt es gekochte Eier, beides reichlich. Endet doch mit dem Osterfest die Fastenzeit...

Die Tradition des sog.
„Nikolaus-Ganges” war auch beliebt am 6. Dezember.
Ein Kind suchte die Rolle des Priesters spielend alle Häuser auf, in denen Kinder lebten, fragte sie, ob sie artig waren und belohnte sie dann angemessen.
Die ungezogenen Kinder bekamen das „virgács” genannte Rutenbündel, die artigen Kinder bekamen kleine Geschenke.

An verschiedenen Orten des Landes lebt heute noch der Brauch
der Fertigstellung des Luzien-Stuhles: am 13. Dezember begann man, den Stuhl aus dreizehn verschiedenen Holzarten zu fertigen, welches dreizehn Tage lang dauerte und genau zum zweiten Weihnachtstag fertig wurde.
Derjenige, der den Stuhl zur Mitternachtsmesse mitnahm, erblickte die Bösen.
Der Thomastag ist aber auch der Tag des Schweineschlachtens. Das Schlachtfest ist auch gleichzeitig eine Art Ritual, bei dem man seine Vergangenheit begräbt. Man tötet quasi selbst die gelebte Vergangenheit.

Die Weihnachtsfeiertage sind ein alter Brauch. Sie werden von dem
Bethlehemspiel eingeleitet, welches in den Adventstagen beginnt
. Diese Form des Krippenspiels entstand im 19. - 20. Jh., dürfte aber auch schon im Mittelalter bekannt gewesen sein.
Die Bethlehemspieler, Leute bäuerlicher Herkunft, Hirten, später dann eher Kinder
ziehen von Haus zu Haus und führen bestimmte Szenen aus der Geburt Christus vor.
Dieser Feiertag gedenkt den in Jerusalem ermordeten Kindern.
Der Tag der unschuldigen Kinder wird im ungarischen Brauchtum vor allem mit der Geißelung begangen. Das Schlagen mit Knospen treibenden Ruten oder aus mehreren Zweigen geflochtenen Bündeln ist ein
Fruchtbarkeit bringendes Ritual, welches in den meisten Gebieten Europas Brauch war.
Erst seit dem 17. Jh. ist der 31. Dezember im bürgerlichen Kalender der letzte Tag im Jahr.
Der Namensgeber dieses Tages ist Silvester, welche von 314-335 auf dem Papststuhl saß.